Besuch bei unseren Partnern
Wir prüfen neue Muster, sprechen über exklusive Designs und klären die wirklich wichtigen Fragen: Welche Farbe? Welcher Hut? Und braucht eine Ente mit Bierfass tatsächlich noch mehr Selbstbewusstsein?
Von Bali nach Kandel. Ohne Schwimmflügel, aber mit Container.
Zweimal im Jahr besuchen wir die Insel Bali und natürlich auch unsere langjährigen Partner. Dabei schauen wir uns neue Muster an, besprechen Farben, Formen und unsere exklusiven Entwürfe. Denn eine besondere Ente entsteht nicht durch einen Klick auf „Jetzt produzieren“, sondern durch Gespräche, Muster, Änderungen und gelegentlich durch die Erkenntnis, dass ein Hut doch noch ein bisschen größer sein muss.
Erst wenn alles passt, beginnt die Produktion. Jede Ente wird in Handarbeit gefertigt, ausgestattet und bemalt. Danach heißt es warten, trocknen und sich gemeinsam mit vielen Artgenossen auf die längste Reise ihres bisherigen Entenlebens vorbereiten.
Vom balinesischen Arbeitsplatz bis zu uns nach Kandel sind einige Stationen nötig. Die Enten nehmen das erstaunlich gelassen. Vermutlich, weil sie im Container keinen Kalender haben.
Wir prüfen neue Muster, sprechen über exklusive Designs und klären die wirklich wichtigen Fragen: Welche Farbe? Welcher Hut? Und braucht eine Ente mit Bierfass tatsächlich noch mehr Selbstbewusstsein?
Die Enten werden geschnitzt, zusammengesetzt, mit Accessoires ausgestattet und von Hand bemalt. Danach trocknen sie in Ruhe. Künstlerische Würde braucht schließlich Zeit – selbst bei einer Ente in Lederhose.
Sind alle Enten fertig, werden sie sorgfältig verpackt und ziehen gemeinsam in einen 20- oder 40-Fuß-Seecontainer. Persönliche Kabinen gibt es nicht. Dafür reichlich Gesellschaft und vermutlich sehr viele ungefragte Reisegeschichten.
Die Fahrt führt von Indonesien über den Indischen Ozean, rund um das Kap der Guten Hoffnung und anschließend durch den Atlantik bis nach Nordeuropa. Je nach Route sind das ungefähr 24.000 Kilometer auf See.
Die Enten fahren dabei über Wasser. Schwimmen lassen könnten wir sie allerdings nicht – dafür sind 24.000 Kilometer selbst für ausgesprochen motivierte Holztiere etwas viel.
Im Hamburger Hafen endet die Seereise. Nun prüft der deutsche Zoll die Unterlagen und bei Bedarf auch die Ware. Ordnung muss sein – selbst wenn der Container voller Enten ist, die ohnehin so tun, als ginge sie das alles nichts an.
Nach der Freigabe wird der Container auf die Bahn verladen und fährt bis nach Germersheim. Die Enten sehen davon leider nichts. Containerfenster sind in der Standardausstattung überraschenderweise nicht enthalten.
Für die letzten Kilometer wird der Container auf einen Lkw gesetzt und zu uns nach Kandel gebracht. Nach Insel, Ozeanen, Kapstadt, Hamburg und Bahnreise wirkt die Strecke fast wie ein kurzer Ausflug.
Erst bei uns wird der Container wieder geöffnet. Die Enten bekommen frische Luft, werden ausgepackt, kontrolliert und für den Verkauf vorbereitet. Manche stehen danach sofort stramm. Andere wirken, als hätten sie die gesamte Reise verschlafen.
Zwischen Bali und Kandel liegen mehrere Wochen Transport, rund 24.000 Kilometer Seeweg und einige logistische Zwischenstationen. Deshalb planen wir unsere Bestellungen lange im Voraus. Eine Ente reist eben nicht über Nacht um die halbe Welt – auch dann nicht, wenn sie besonders dringend im Wohnzimmer gebraucht wird.
Nach ihrer großen Reise wartet jede Ente darauf, ihr endgültiges Zuhause zu finden. Im Vergleich zur bisherigen Strecke ist der Weg mit dem Paketdienst fast schon ein gemütlicher Spaziergang.
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